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FRAUEN IM SINN

 

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Verlag Krug & Schadenberg

 

 

Literatur deutschsprachiger und internationaler

Autorinnen (zeitgenössische Romane, Kriminalromane,

historische Romane, Erzählungen)

 

Sachbücher und Ratgeber zu allen Themen

rund um das lesbische Leben

 

Bitte besuchen Sie uns: www.krugschadenberg.de.

Susie Bright

Best of Susie Sexpert

Aus dem amerikanischen Englisch
von Birgit Scheuch

K+S digital

Danksagung

Ich möchte den folgenden FreundInnen dafür danken, daß sie mir ein, zwei Dinge über Sex beigebracht haben: meinen Kolleginnen bei On Our Backs, Debi Sundahl und Nan Kinney; Joani Blank und ihrem Phänomen Good Vibrations. Danken möchte ich darüber hinaus Honey Lee Cottrell, Carter Herrera, Willie Grover, Rebecca Hall, Eric Hodderson, Lisa LaBia, Bill Tonelli, Joelle Vidal, meinen FreundInnen in Puéchabon und meinen Verlegerinnen bei Cleis Press, Frédérique Delacoste und Felice Newman.

In Bed with Susie Sexpert

Erneute Einführung

Als Susie Sexperts Sexwelt für Lesben Anfang der 90er erschien, war das eine Revolution. Wir schauten damals ehrfürchtig nach San Francisco, dem sexual melting pot, wo die Post abging. Hier wurde das erste lesbische Sexmagazin weltweit herausgegeben: On Our Backs – Entertainment For the Adventurous Lesbian (1984-1991), das uns Augen und Möse öffnete. Wir waren begeistert – endlich antörnende Sex-Bilder, sexy-spielerisch-vielfältig und einzigartig. Susie Bright schrieb dazu ebenso geile Texte, die Perspektiven zurechtrückten und mit all den selbstauferlegten oder auch in der Szene herrschenden Mythen aufräumte.

Während Susie bei Good Vibrations arbeitete, einem der beiden ersten Frauen-Sexshops weltweit, erweiterte sie ihr Insiderinnen-Wissen über lesbisches Sexleben. Was die Sexpertin publizierte, ist hiermit in deutschsprachiger Fassung als E-Book zugänglich. Sie positionierte sich klar sex-positiv und baute konsequent die feministische Porno-Abteilung auf, die viele Produktionen anregte und bis zum »Feminist Porn Award« auch hier in Europa führte. Von Susie Bright und auch weiteren amerikanischen »Pleasure Activists« wie Kollegin Annie Sprinkle sie nannte, haben wir Europäerinnen uns viel von der sexy Energie reingezogen und weiter verbreitet.

Als hervorragende Filmkritikerin schrieb Susie für Penthouse und X-Rated Critics Organization, begründete erotische Buchreihen für Frauen wie Herotica und startete 1993 die The Best American Erotica-Serie, die bis heute erscheint. Ihr verdanken wir so viele Bücher, die aufklärend, scharfzüngig und sexy sind und es nicht lassen, auch auf die unterschiedlichen Mösenfassungen oder Animösitäten untereinander hinzuweisen. Genau deshalb liebe ich sie. Sie stellt für mich die große Schwester dar, die immer schon einen Schritt voraus ist und die zu allem eine unglaublich tolle, schlaue, vulvarisch-feministische Position einnimmt und das Ganze mit ebenso großlippigem, detailliertem und intelligentem Humor versieht.

Als Susie Bright beispielsweise 2004 ein Kind bekam, war das in Lesbenkreisen ein Skandal. Ihr wurde das Lesbischsein abgesprochen und die Prozentfrage gestellt, ab wann eine sich überhaupt lesbisch nennen darf. Sie antwortete clit und klar, dass sie über mehr lesbisches Wissen verfüge als die meisten der sich so nennenden und jetzt diskutierenden (Schrank-)Lesben. Auch zu dieser Zeit war sie wieder eine Avantgardistin. Heute fragt kaum noch eine, wie ein von einer Lesbe gewünschtes Kind gezeugt wurde und ob das »Lesbentum« deshalb aufhöre. Queeres Leben hat sie uns vorgelebt und so vieles mehr. Unvergessen ihr Mitwirken in dem Lesben-Thriller Bound der Geschwister Wachowski, in dem sie für die Sexszenen verantwortlich zeichnete und als Choreographin und Beraterin mitwirkte. Konsequenterweise ist sie auch die Erste gewesen, die in Kalifornien an der Universität zu Pornografie unterrichtete: »The Politics of Sexual Representation«.

Ihr ureigenstes Thema ist Sex und Redefreiheit und für mich ist sie DIE Sex- und Porno-Philosophin, die Diva des sex-positiven Feminismus. Ich freue mich sehr, dass Best of Susie Sexpert nun als E-Book (wieder) erscheint, denn Susies Bücher sind zeitlos. Auch wenn sich gesellschaftlich enorm viel verändert hat und sexuell viel in Bewegung gekommen ist, sind doch die intimen Fragen, die sie in diesem Buch stellt, und die ganz privaten Themen, die sie anschneidet, für jede Generation Lesben aktuell. Das Tolle an der jetzigen Zeit ist aber, dass Best of Susie Sexpert nicht nur für Lesben spannend ist, sondern für alle LGBTTIQA- und fluide Personen und sogar für sogenannte »Cis«-Menschen erhellend sein kann. Susie Bright buchstabiert und erklärt uns das sexuelle ABC, und das ist so umwerfend lustvoll und atemberaubend klug, dass ich einfach nur »In Bed with Susie Bright« sein will, so der Name der wöchentlichen Radiosendung, die sie moderiert. Viva la Vulva!

 Laura Méritt, Dezember 2014

Das erste Mal

Kein Meinungsforschungsinstitut hat es bisher für nötig gehalten, Lesben nach ihren liebsten Sexspielzeugen zu fragen. Doch mit dem Debüt von On Our Backs, der »Zeitschrift für die abenteuerlustige Lesbe«, kann jetzt jede von uns mit faszinierenden Statistiken und fachkundigen Übertreibungen aufwarten.

Für einige glückliche Mädchen waren improvisierte Sexspielzeuge unerläßlicher Bestandteil ihrer kindlichen Sexualität. Doktorspiele bildeten da nur die Spitze des Eisberges. Denkt nur an die kleine Felice, die jedesmal, kaum daß sie vollgeladen war, Mamas vibrierende Waschmaschine bestieg. Oder an Michèle, die einen Lackstöckel in ihr Unterhöschen steckte und bis zum Delirium im Haus herumschlenderte. Für Kinder der Sixties, wie mich selbst, gehörten Geschichten von elektrischen Zahnbürsten zum Alltag, ja waren geradezu banal.

Trotz einer solch vielversprechenden Einführung in die Welt der Sexspielzeuge gaben viele junge Frauen mit dem Eintreten der Pubertät die in ihren Augen kindischen Schätzchen und Spielchen oder – schlimmer noch – die Selbstbefriedigung an sich auf.

Für all diejenigen, die damals Pandoras Spielzeugbüchse versiegelten, ist es jetzt höchste Zeit, Erlösung zu suchen. Jaja, ich kenne die Entgegnung, die dir auf deiner müden Zunge liegt: »Aber … ich brauche keinen Vibrator!« Natürlich brauchst du keinen Vibrator. Du brauchst auch keinen Spaß zu haben. Du brauchst keine phantastischen Empfindungen und Abenteuer. Mit ein bißchen Wasser und Siebzehnkornbrot kommst du vermutlich auch ganz gut über die Runden. Ich schlage allerdings vor, daß wir uns anstelle der reinen Überlebenstechniken mit unseren Bedürfnissen, Träumen, Trieben und insbesondere mit unseren Begierden befassen. Ein Vibrator öffnet das Tor zu einer Welt reizvoller Erfahrungen. Dasselbe gilt für den Dildo, für ein schnuckliges kleines Outfit, eine Pfauenfeder und warme Duftöle. Und als Beilage gibt's einen Analdildo. Jetzt hat jede Lesbe dank Verbraucherinnen-Information und des gesunden Triebes, sich zu vergnügen, die Chance, die Welt der Sexspielzeuge zu ergründen.

Fangen wir mit den wichtigsten Haushaltsgeräten an. Netzbetriebene Vibratoren sind aus folgenden Gründen den batteriebetriebenen Modellen vorzuziehen:

 

1. sie halten jahrelang

2. sie erzeugen ein starkes, angenehmes, gleichmäßiges Vibrieren und

3. sie werden von namhaften Firmen hergestellt, die sich ihren Kundinnen verpflichtet fühlen.

 

Batteriebetriebene Vibratoren bestechen durch delikate Formen sowie Empfindungen, die durchaus lustig sein können, aber du wirst dem kleinen Scheißding nie verzeihen, wenn es im entscheidenden Moment den Geist aufgibt. Im allgemeinen leben batteriebetriebene Vibratoren einige Monate, und nicht Jahre wie netzbetriebene, die zudem einfach mehr Saft haben. Natürlich gibt es einige bemerkenswerte Ausnahmen. Das Allerwichtigste ist, zunächst einmal die Schatzkiste zu öffnen und etwas auszuprobieren.

Ein Dildo kann eine saftige Zucchini oder eine zarte Form aus Silikon sein. Technisch ausgedrückt ist ein Dildo jedes Gerät, das dem Vergnügen vaginaler oder analer Penetration dient. Er sollte aus einem hautfreundlichen Material bestehen, das sich beim Gebrauch möglichst der Körpertemperatur angleicht. Ich machte einst eine grauenhafte Tortur mit einer Möhre durch, die direkt aus dem Kühlschrank kam. Wenn du dich schließlich mit deinem bevorzugten Modell eingelebt hast, wirst du feststellen, daß Dildos zwar die Gewandtheit deiner Finger fehlt, sie aber nimmermüde Helferinnen sind und die Spielarten der Penetration, die dir Spaß machen, gewaltig vermehren können. Vielleicht erweitern sie auch deine Phantasien-Sammlung um eine ganze Reihe neuer Fälle.

Die Fakten über Dildos sind bei weitem nicht so heftig umstritten wie ihre berühmte Ähnlichkeit mit dem berüchtigten »Penis« und all dem, was dieser verkörpert. Die politische, gesellschaftliche und emotionale Bedeutung des Dildos hält manch eine unglückliche Lesbe im Schwitzkasten. Einmal schrieb mir ein leidendes Lesbenpaar aus Palo Alto, ihr Sexleben sei befriedigend – mit einer winzigen Ausnahme:

 

»Wir scheinen an einer Art Kater aus unserer Hetero-Vergangenheit zu leiden. Wir beide wollen neben klitoraler Stimulierung auch was in unseren Vaginas spüren. So sehr wir auch versuchen, es uns aus dem Kopf zu schlagen, immer wieder kommt das Thema zwischen uns auf. Könntest Du uns ein paar Informationen über Dildos schicken? Aber bitte sehr diskret

 

Meine Damen, die diskrete, vollständige und definitive Information über Dildos ist folgende: Penetration ist so heterosexuell wie Küssen. Jetzt kommt die Wahrheit endlich ans Licht! Ficken hat kein Geschlecht.

Und nicht nur das – Penisse können auch nur insofern mit Dildos verglichen werden, als sie Raum beanspruchen. Abgesehen davon, daß Dildos die verschiedensten Formen haben können und sich anders anfühlen, liegt der auffallendste Unterschied in ihrer Dienstbarkeit. Der Dildo kennt kein anderes Verlangen als das deinige oder das deiner Partnerin. Im Umkleideraum von Good Vibrations probieren viel zu viele Lesben Dildo und Harnisch an und erwarten, daß das Ding sich selbständig macht. So eine Phantasie mag anfangs aufregend sein, aber tatsächlich ist es befriedigender, sich die Zeit für Sexperimente und vergnügliche Irrtümer zu nehmen, um herauszufinden, wie du deinen Dildo handhaben mußt, um größtmöglichen Genuß zu gewinnen.

Bald wirst du dich inmitten einer Schar von Gummischätzchen wiederfinden und gezwungen sein, ihnen Kosenamen zu geben: »Wo ist Jo?«, »Ist Bumm-Bumm schon abgespült?« und schließlich: »Wie konntest du Emilie nur verleihen?«

G-Spot-Zipperlein

Liebe Susie Sexpert,

 

ich habe schon überall gesucht, aber ich kann meinen G-Spot einfach nicht finden. Ich würde ja gar nicht glauben, daß das doofe Ding existiert, wenn meine Freundin beim Sex nicht jedesmal deswegen abgehen würde. Sie will in der Gegend immer ganz doll gefickt werden, und wenn sie kommt, spritzt sie wie ein Hydrant. Das sieht so lustig aus. Warum kann ich meinen nicht finden?

 

Mies drauf in Miami

 

 

Liebe Missy,

 

Deine Freundin muß wohl eine von den Frauen sein, die das Forschungsteam in Beverly Whipples Buch The G-Spot erwähnt, jenem kleinen Taschenbuch, das so viel Aufregung verursacht hat. Mitten in ihrem Text dankt die Autorin nämlich einer Gruppe von Lesben aus Miami, die den neugierigen SexualforscherInnen ihre G-Spot-Erfahrungen mitteilten. Während The G-Spot denjenigen Frauen Gewißheit und Erleuchtung brachte, die bei vaginaler Penetration zum Orgasmus kommen, löste er bei anderen Frauen Skepsis und Besorgnis aus, wo denn nun dieser magische Knopf sei und wie er funktioniere.

Halbwegs genau gesagt, ist der G-Spot oder Gräfenberg-Punkt (den ein Herr Gräfenberg als erster Mann entdeckt haben will) tatsächlich ein schwammartiges Gebilde, ein bohnengroßes Ding, das sich bei sexueller Erregung mit Blut füllt. Es schützt außerdem die Harnröhre vor allzuviel Druck. Dieser »Punkt« befindet sich einige Zentimeter oberhalb des sogenannten Schambeins direkt vor Deiner Gebärmutter. Eine hervorragende graphische Darstellung der ganzen Geschichte findest Du in Frauenkörper – Neu gesehen, illustriert von Suzann Gage. Das ist überhaupt das beste Selbsthilfe-Handbuch, das nach Unser Körper, unser Leben erschienen ist. Frauenkörper – Neu gesehen bietet eine umfassendere Sichtweise des G-Spots. Es nennt ihn »Harnröhrenschwellgewebe« und beschreibt ihn als Teil der Klitoris. Das heißt, die Klitoris ist nicht nur eine kleine »Perle«, die aus ihrer »Kapuze« guckt, sondern vielmehr eine ganze sexuell erregbare Zone, die sich innerlich an der Scheidenwand entlangzieht und die Harnröhre sowie einen Teil der Blase umgibt: ein Schwellsystem aus Haut, Muskeln, Nerven und Blutgefäßen.

Obwohl die Klitoris jeder Frau auf sexuelle Erregung reagiert, will doch jede Frau anders gekitzelt werden. Einige Frauen mögen an der Klitorisspitze stimuliert werden, andere wollen ihren G-Spot ordentlich massiert haben, und wieder andere wollen die flache Seite der Zunge an der Innenseite der linken kleinen Lippe spüren. Unsere Mösen sind ausgesprochene Individualistinnen. Klar hast Du einen G-Spot, aber vielleicht läßt er Dich einfach kalt.

Trotzdem, sagst Du, hast Du das Gefühl, um Dein Vergnügen zu kommen. Und wieder einmal gilt das altbekannte Sex-Motto: »Übung macht Orgasmus!«

Versuch, mit einem Vibrator oder einem Dildo Deinen G-Spot zu erreichen, wenn Du allein bist. Denk dran, er liegt nicht sehr hoch, aber es ist schwierig, ihn mit den Fingern zu erreichen, außer Du hast sehr lange Finger und eine sehr kurze Vagina. Wenn Du eine Partnerin hast, bitte sie, die Finger reinzuschieben, während Du auf dem Bauch liegst. Drücke, reibe und tätschele diese schwammartige Stelle an Deiner vorderen Scheidenwand. Fühlt es sich an, als ob Du aufs Klo müßtest? Wunderbar! Weiter so – nicht aufhören! Merkst Du, wie der Schwamm immer härter und größer wird? Stell Dir vor, Du willst das Zimmer mit Deinem Orgasmus überfluten. Viele Frauen trauen sich über dieses Stadium nicht hinaus, weil sie nicht ins Bett machen oder der Familie keine Schande bereiten wollen. Zu schade! Jetzt oder nie wirst Du ihn haben: Deinen persönlichen, verdienten, endlich-doch-noch-G-Spot-Orgasmus!

Manche Frauen kommen auf diese Weise, ohne zu spritzen. Andere sagen, sie seien zu beschäftigt mit ihrem prima Klitkitzel oder Arschfick, um sich mit irgendwelchen G-Spot-Verrenkungen abzugeben. Den Frauen aber, die ejakulieren, während sie kommen, sei versichert, daß diese Flüssigkeit kein Urin ist, sondern von der Zusammensetzung eher einem samenlosen Sperma ähnelt.

Die gelehrte Absicht des G-Spot-Buches lag darin, zu beweisen, daß Frauen und Männer sexualbiologisch betrachtet ähnlicher sind, als unsere Kultur vermittelt, und ich stimme dem zu. Der G-Spot bzw. das Harnröhrenschwellgewebe entspricht der männlichen Prostata, eine Zone, die bei Männern zum Orgasmus stimuliert werden kann, und zwar eher durch den After als durch den Schwanz.

Ist Sex nicht faszinierend? Ich hoffe nur, daß Miss Miami ihre sexuelle Nische findet, wo auch immer die sein mag.

Machen Vibratoren süchtig?

Liebe Susie Sexpert,

 

Ich habe Angst, daß ich nie mehr damit aufhören und wieder auf natürliche Weise kommen kann, wenn ich erst einmal anfange, einen Vibrator zu benutzen. Ich kenne eine Frau, die kriegt nur noch mit ihrem Zauberstab einen Orgasmus, und ich möchte nicht so enden wie sie.

Rastlose Rita

 

 

Liebe Rusty,

 

anders als Koksen oder Fingernägel kauen macht die Benutzung eines Vibrators weder körperlich abhängig, noch ist es eine nervöse Angewohnheit. Wir leben in einer suchtanfälligen Kultur, und oft erscheint etwas kaum der Mühe wert, wenn Du jederzeit davon lassen kannst. Doch ich glaube, Du wirst das Vibrieren als ein befreiendes Erlebnis empfinden.

Die meisten Menschen neigen dazu, sich ein bestimmtes Muster sexuellen Ausdrucks anzueignen und sich daran festzuklammern wie eine Klette, wenn sie erst einmal herausgefunden haben, daß es ihnen zuverlässig Orgasmen beschert.

Meine Wenigkeit zum Beispiel hat von acht bis achtzehn immer in genau derselben Position masturbiert: auf dem Bauch, die Hand unter einen völlig steifen Körper gezwängt, wobei sich ein unternehmungslustiger Finger über die Spitze meiner Klit bewegte. Diese Position war gar nicht so schlecht für ein kleines Mädchen, aber als ich größer wurde, brach mir diese Praktik fast den Arm und bereitete mir eine Menge Gram. Ich wußte nicht, wie ich sonst einen Orgasmus bekommen sollte, und meine Versuche mit anderen Methoden waren ein kompletter Reinfall.

Mein erstes Erlebnis mit einem Vibrator hingegen brachte mir ein gewaltiges Erwachen. Seine Intensität bescherte mir an ungeahnten Stellen eine nie zuvor verspürte Vielfalt an Empfindungen. Vibratoren sprengten mein »Sex-Muster«, und nachdem dieser Anfang gemacht war, eröffneten sich mir alle möglichen raffinierten und unerhörten Spielarten. Zahllose Frauen können ein ähnliches Loblied singen. Ja, Vibratoren werden Dich oft schneller zum Orgasmus bringen als andere Methoden. Letztendlich wird aber eine heiße Phantasie jeden lahmen Vibrator um Längen schlagen. Doch das Tollste ist, daß Du das Beste aus beiden Welten kombinieren kannst!

Frauen, die das Gefühl haben, mit ihrem Vibrator oder einer anderen Sexpraktik in den immer gleichen Trott verfallen zu sein und dies als schlechte Angewohnheit betrachten, können die Start-Stop-Methode ausprobieren. Fang an, Deinen Vibrator wie gewöhnlich zu benutzen, doch wenn Du Dich jenem Gipfel näherst, schalte ihn aus und mach mit Deiner Hand oder mit Deiner Partnerin weiter. Wechsele zwischen den verschiedenen Methoden ab, und laß Deine Erregung spielerisch von einem Reiz zum anderen wandern. Du wirst merken, daß es außerordentlich lustvoll sein, ja Dich zum Wahnsinn treiben kann, wenn Du Deinen Orgasmus durch die Start-Stop-Methode hinauszögerst.

Ein Vorschlag, wenn Du Deinen Vibrator beiseitelegen willst, ist, etwas Erotisches zu lesen oder anzugucken, während Du mit Dir selbst spielst. Ich habe mir gerade eine Platte mit dem Titel Talk dirty to me von Pornostar Sharon Mitchell besorgt. Sie könnte für akustische Sexperimente optimal sein.

Glaub mir, es gibt in diesem unserem Lande Vibratorliebhaberinnen, die ohne ihr Spielzeug noch nie gekommen wären. Es wäre schon sehr dreist, deren Zufriedenheit als Abhängigkeit oder als etwas Widernatürliches anzuprangern. Was tatsächlich wie eine Krankheit in unserer kleinen Welt grassiert, sind sexuelle Hemmungen und ein Mangel an sinnlichen Empfindungen. Es ist sowohl eine Susie-Sexpert-Weisheit wie auch eine wissenschaftliche Tatsache, daß mehr Orgasmen zu noch mehr Orgasmen führen, und genau das ist es, was das Herumsurren zu einer sittlich wertvollen Tätigkeit macht.

Pack´s ein – ich nehm´s!

Liebe Susie Sexpert,

 

bis vor kurzem hielt ich mich für eine ganz normale Butch. Ich stehe auf 501-Jeans, Leder, leichten S/M und hübsche Frauen. Aber jetzt habe ich plötzlich einen Fetisch für mich entdeckt, der mich sehr beunruhigt. Eines Tages steckte ich aus reiner Neugier meinen Dildo in die 501 und trug ihn zu Hause spazieren. Die durch diesen Kunstgriff entstandene Wölbung turnte mich total an. Ich fand es super, so auszusehen, und es fühlte sich einfach toll an. Als ich mit meiner Hand über die gewölbte Stelle zwischen meinen Beinen strich, erlebte ich einen explosionsartigen Orgasmus.

Meine starke Reaktion auf diese Erfahrung warf allerdings einige Fragen für mich auf: Wie baue ich dieses Verlangen in meine feministische Ideologie ein? Als Feministin mit einem Hochschulabschluß in Psychologie hatte Freud nach seiner Abhandlung über den Penisneid jede Glaubwürdigkeit für mich verloren. (Vielleicht sollte ich meine kritische Beurteilung von Freuds Theorie noch einmal überdenken?)

Bin ich die einzige, oder haben noch mehr Lesben solche Phantasien? Würde ich mich zum Objekt ernsthafter Lächerlichkeit machen, wenn ich meine Phantasie in die Öffentlichkeit tragen würde?

Bitte erzähl mir alles, was Du zu diesem Thema weißt.

 

Beklommene Berta

Liebe B.B.,

 

welch heißes kleines Vergnügen die Lektüre Deines Briefes war! Ich glaube, viele verdrossene Butches hegen Gefühle, die den Deinen ähneln. Die eigentliche Frage aber lautet: Wie kann die feministische Ideologie Dein Begehren integrieren? Zwar ist der Feminismus hilfreich, um Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu erläutern, aber er hat bisher noch keine Philosophie entwickelt, die Sexualität oder Erotik erklärt.

Zu verstehen, warum Du 59 Cents verdienst, wenn ein Mann einen Dollar bekommt, kann kaum der Ausgangspunkt sein, um die Quelle Deiner Lust zu ermitteln. Die Frauenbewegung verdanken wir die Idee der sexuellen Selbstbestimmung und die Gewißheit, unsere sexuellen Vorlieben sehr wohl selbst definieren zu können. Ich glaube nicht, daß Du an Penisneid leidest. Ich glaube, Du leidest eher unter Dildoneid. Ein Dildo ist kein Penis. Wie oft muß ich diese schlichte Tatsache noch wiederholen? Vergleich die beiden Dinger mal – Du erkennst die Unterschiede auf einen Blick. Angefangen damit, daß der Dildo ein Sexspielzeug ist und nicht an einem Körper hängt, der bis zum Tode mit ihm leben muß. Erinnere Dich daran, daß Du gekommen bist, weil Dein Spielzeugschwanz über Deine Klitoris rieb.

Ist Dir bewußt, daß der Dildo eines der wenigen Dinge auf dem Sexspielplatz ist, die traditionell mit Lesben assoziiert werden? Fast alle benutzen ihn, aber Lesben haben ihm zur Berühmtheit verholfen. Es ist Dein historisches Recht, Dildos zu benutzen – es ist sozusagen Dein lesbisches Erbe. Ob Du Dich lächerlich machen wirst, wenn Du in der Öffentlichkeit damit rumläufst? Tja, kann sein, daß Du Anlaß für noch größeren Dildoneid bieten wirst. Doch Dein Vergnügen könnte Dir das wert sein. Übrigens, ich kenne da dieses nette kleine Restaurant, wo wir uns treffen könnten und …

In Liebe, Susie Sexpert

Eine Butch ist eine Butch ist eine …

Liebe Susie Sexpert,

 

bitte erklär mir die physiologischen, sexuellen und soziologischen Aspekte des Kräftespiels, welches abläuft, wenn zwei Butches aufeinandertreffen. Ich stelle immer wieder scheußlich abstoßende Auswirkungen fest, aber auch sehr positive Ergebnisse. Was meinst Du dazu?

New Jersey

 

 

Liebe Jersey,

 

meine Freundin Fanny Fatale, freimütige lesbische Stripperin und selbsternannte Butch/Femme-Expertin, flehte mich an, sie diese wichtige Frage beantworten zu lassen.

Fanny sagt: »Wenn zwei Butches aufeinandertreffen und es gut läuft, sagen ihre maskulinen Psychen: ›Du gleichst mir. Das turnt mich an (sexueller Aspekt). Laß uns weitermachen (gesellschaftlicher Aspekt)!‹

Ein andermal treffen sich zwei Butches, und beide drehen sich nach einer Femme um. Ich habe meine Lektion auf die harte Tour gelernt: Butch ist nicht gleich Butch. Nicht alle stehen auf Femmes. Und selbst wenn es so ist, gehen sie im Bett nicht unbedingt in die Offensive (tatsächlich tun das nur die wenigsten).

Das mag Dir zunächst kompliziert erscheinen und Dich verwirren, aber zu begreifen, daß Beziehungen zwischen zwei Butches oder zwei Femmes ebenso verbreitet sind wie zwischen einer Butch und einer Femme, verhilft auf lange Sicht zu glücklicheren Verhältnissen.

Was könnte eine Butch zur anderen sagen, wenn sie schmutzige Gedanken austauschen? »Ich lutsch dir deinen Schwanz, wenn du meinen lutschst.« oder »Ich weiß, daß du im Grunde eine Fotze bist, die genommen werden will, also bück dich!«

Und noch ein Gedanke von mir, der Deine Gehirnwindungen in Schwingungen versetzen wird: Es gibt Butches, die feminine Klamotten anziehen, weil es sie anturnt. Wer ist nun eigentlich »in drag«? Eine Butch in femininem oder eine in maskulinem Outfit? Wie werden wir im zukünftigen Zeitalter der sexuellen Aufklärung Travestie definieren?

Und noch ein weiterer Gedanke: Die Hälfte der Lesben, die in der Sexindustrie als Tänzerinnen oder Huren arbeiten, sind butch. Butches in femininer Verkleidung. Für das geübte Auge einer Femme ist das so offensichtlich wie der Kaiserin neue Kleider.

Alles im Arsch

Ich möchte mich dem Thema Analsex widmen. Wenn sich damals bei Good Vibrations eine Kundin wand, ohne ein Wort rauszukriegen, hatte das in der Regel etwas mit ihrem Arsch zu tun.

Inzwischen hat buchstäblich eine Revolution bezüglich der Offenheit im Umgang mit dem Thema Analsex stattgefunden. Menschen vertreten ihre Lebensanschauung freimütig auf Autoaufklebern: »Ich würde jetzt lieber Arschficken!« Leute gibt's …

In erster Linie haben alle einige Fragen: Muß es weh tun? Was ist, wenn ich irgend etwas verletze? Ist es wahr, daß sich Leute schon in der Notaufnahme diverse Gegenstände rausholen lassen mußten?

Warum reden Lesben kaum über Analsex? Wir wissen, er »schickt« sich nicht, und er beschwört überdimensionale Ängste in bezug auf Reinlichkeit und Krankheit herauf. Keine, egal ob lesbisch oder hetera, bekommt irgendwelche Informationen über Analsex geboten, obwohl er ebenso orgasmusträchtig und erfüllend sein kann wie jede andere Art von Sex.

Ich habe schon etliche ausgezeichnete Artikel über Analsex in lesbischen Sexmagazinen gelesen, aber sie alle zielten mehr auf das ellbogentiefe Fisten ab, statt auf die eher gewöhnlichen Bedürfnisse von Lieschen Müller einzugehen, die versucht, mit ihrem kleinen Finger die letzte Hürde zu überwinden.

Im Grunde ist es recht einfach. Das Wichtigste ist, daß dein Arsch durch Entspannung und Erregung empfangsbereit wird und sich für das Eindringen öffnet. Er kann nicht aufgedrückt werden wie deine Möse, die sich, wenn wir ehrlich sind, doch ganz schön herumschubsen läßt. Nein, dein Arsch muß schon den ersten Schritt tun.

Anales Vorspiel – das ist manchmal der beste Teil – heißt, daß du mit der Ritze zwischen den Pobacken und den empfindlichen Fältchen rund um dein Arschloch spielst. Jetzt ist es angesagt, im Gleitmittel zu planschen.

Sei großzügig, es empfiehlt sich, Unmengen von Gleitmittel zu benutzen. Dein Arschloch und dein Darm produzieren keine Feuchtigkeit, außer dem Schweiß der Erwartung. Zu viel Gleitmittel gibt es nicht.

Wenn du ins Arschloch vordringst, ist es an der Zeit, ein paar Worte zu verlieren. (Wer sich selbst befriedigt, kann diesen Schritt bequemerweise überspringen.) Laß dich von dem alten Analsex-Motto »Lubrikation und Kommunikation«, zu deutsch: »Glitschen und Quatschen« leiten. Kläre mit deiner Partnerin, wie es sich anfühlt und was als nächstes läuft.

Vielleicht möchtest du, daß deine Geliebte ihren Zeigefinger ein winziges bißchen reinsteckt, ihn dann eine Weile absolut stillhält, bis dein Arsch vollkommen entspannt ist. Dann möchtest du vielleicht, daß sie ihre Taktik ändert und härter in dich stößt. Vielleicht soll sie, kurz bevor du kommst, langsam einen zweiten Finger riskieren. Du siehst, bei den vielen möglichen Variationen und Vorlieben führt kein Weg drumrum, mit deiner Partnerin zu reden. Keine Geliebte ist imstande, dir von den Augen abzulesen, welche Fingerübung du dir für deinen Arsch wünschst.

Die köstlichen Empfindungen, die du durch anale Penetration erleben kannst, hängen mit dem Völlegefühl und mit dem Druck auf das »Dammschwellgewebe«, den inneren Teil deiner Klitoris zusammen. Deine Klit kann dabei steinhart werden, vor allem wenn noch woanders Hände im Spiel sind.

Finger oder Gegenstände, die in den Anus eingeführt werden, sollten ganz glatt sein und keine Spitzen oder Kanten haben. Es spielt keine Rolle, wie groß sie sind, sondern nur, daß sie dein Gewebe nicht verletzen. Ein kleiner Riß in deinem After oder Darm könnte sich durch vorbeikommende Scheiße infizieren. Das nächste Mal, wenn du gut manikürte Hände siehst, weißt du, wo sie gewesen sind.

Wenn du einen Dildo benutzt, achte darauf, daß er einen breiten Sockel hat, der ihn daran hindert, ganz im Darm zu verschwinden.

Auf diese Weise verlieren Leute gelegentlich Sachen in ihrem Arsch: Eine Frau kommt in den Vibratorladen und kauft einen winzigen schlanken Vibrator ohne Sockel am Ende. Sie glaubt, es sei schon ein Riesenproblem, bloß die Spitze dieses Spielzeugs in ihren Arsch zu schieben. Doch welch eine Überraschung! Sie entspannt sich in ihrer Ekstase dermaßen, daß sie aus Versehen den ganzen Vibrator hineinschiebt und das erst merkt, nachdem sie gekommen ist. Sie könnte sich einfach hinhocken und ihn rauspressen, aber die Peinlichkeit der Situation läßt sie in Panik geraten. Nächste Szene: Krankenhaus. Mit rotem Gesicht und verklemmtem Arsch. Der Arzt erweitert ihr den Darm und holt das Spielzeug raus. Ende der Geschichte, und ich hoffe die Moral ist klar: Benutzt entweder eure Hände oder einen Dildo mit breitem Sockel und ihr werdet nie exotische Krankenhausbesuche machen müssen.

Einige Liebhaberinnen benutzen gern diamantförmige Analdildos (mit Sockel!), die den Vorteil haben, daß du sie leicht »tragen« kannst, während du deine Hände für andere Dinge frei hast. Wenn dir hingegen stoßende Bewegungen am liebsten sind, kannst du Dildos in jeder dir genehmen Form benutzen. Du bekommst sie übrigens in jedem Sexshop. Wie gesagt, sie sind voll im Kommen. (Unter uns gesagt, immer mehr Heteras kommen mit ihrem Mann vorbei, der in den Arsch gefickt werden will, und sie sind glücklich, dem nachkommen zu können. Welch ein überwältigender Fortschritt!)

Noch ein paar Worte zur Reinlichkeit: Wenn du immer noch nicht weißt, daß du deinen Analdildo oder Finger nicht in die Möse stecken sollst, bevor er wieder sauber ist, lies lieber noch mal Unser Körper – Unser Leben. Wenn dich die Vorstellung von einem Klümpchen Scheiße auf deiner Pfote stört, ist es Zeit, erwachsen zu werden. Ernsthaftere Anal-Enthusiastinnen machen sich einen kleinen Einlauf, um die Scheiße rauszuspülen, aber das ist für die durchschnittliche Begegnung nicht nötig – durchschnittlich heißt, etwa bis zu drei Finger breit und zehn bis fünfzehn Zentimeter tief. Wenn du dich besonders empfindlich oder unwirtlich fühlst, solltest du die Sache umständehalber abblasen. Mit einer Portion gesundem Menschenverstand wirst du die Klippen analer Mysterien und Mythen leicht umschiffen.

Party Snacks

Wie viele von euch haben schon einmal mit Freundinnen an einer Heimvorführung von Sexspielzeugen teilgenommen? In meinem Metier nennt sich so etwas »Fuckerware-Party«, aber der Öffentlichkeit wird das natürlich etwas geschmackvoller angepriesen. In der Regel richtet sich so eine Party an Frauen, die eher sterben würden, als zu riskieren, beim Betreten eines Sexshops gesehen zu werden. (So fragte mich eine Frau tatsächlich: »Und wenn mein Pastor mich sieht?« – was mir nach einer höllisch guten Phantasie klingt.)

In vielen Landstrichen mag eine Sexspielzeug-Party für eine Frau die einzige Gelegenheit darstellen, mit eigenen Augen zu sehen, was es mit Vibratoren, Dildos und G-Strings auf sich hat.

Der Erfolg einer solchen Party hängt entscheidend davon ab, wer die Präsentation der Produkte durchführt. Nichts bringt mich mehr in Rage, als von einer Party-Vertreterin zu hören, die das Wort Klitoris kaum über die Lippen bringt und die, mehr oder weniger unverhohlen, genau die Produkte verabscheut, die sie verkauft – Party-Moderatorinnen, die Angst davor haben, in puncto Sex ungeniert ins Detail zu gehen und sich hauptsächlich über Dessous auslassen und über klebriges Schokoladenzeugs, das du, falls du dich bislang fruchtlos bemüht hast, deine Partnerin zum Oralsex zu kriegen, über deinen ganzen Körper träufeln sollst.

Eine gute Party hingegen bietet Gelegenheit, erstklassige Informationen zu erhalten und spannende Diskussionen zu führen über Erregung, Feuchtwerden, Orgasmus, Selbstbefriedigung, Sex-Kommunikation, erotische Phantasien und darüber, warum sich ein Dildo besser anfühlt als der andere. Die Aufgabe der Party-Moderatorin ist es, all die Dinge auszusprechen, die aus Scham sonst keine über die Lippen bringt. Sie reicht die Spielzeuge herum, so daß die Ladies selbst einmal Hand anlegen können. Eine Party ist erst dann richtig gelungen, wenn die Damen über das »Kann mich ein Stromschlag dabei töten?«Stadium hinaus sind und sich über wirklich erregende Sexerlebnisse austauschen.

Was, glaubt ihr, ist der Verkaufshit bei Sexspielzeug-Partys? Gleitmittel! Meine Lieben, wir sind seit Generationen einer Feuchtigkeitskrise ausgesetzt, und es ist kein Ende in Sicht. Eines der ersten Zeichen körperlicher Erregung bei Frauen ist das Feuchtwerden unserer Vagina. Viele Frauen aber fühlen sich unangenehm trocken, obwohl sie sexuell erregt sind. Warum kriegen wir manchmal partout keine »Feuchte«?

Eine ganze Reihe von Merkmalen unseres modernen Lebensstils können dazu führen, daß du auf dem trockenen sitzt, obwohl du erregt bist. Viele Medikamente, zum Beispiel Pillen für die Nebenhöhlen (gegen Schnupfen), trocknen deine Vagina automatisch aus. Die beliebtesten Freizeitdrogen, Alkohol und Marihuana, haben fatale Auswirkungen auf deine Feuchtigkeit. Dies ist eine böse Überraschung für diejenigen, die glauben, Drogen machten sie geiler denn je auf Sex. Diätkuren, gynäkologische Eingriffe, die Menopause und der Joker unter den schlechten Karten, Streß, können dein Sexleben jeglicher Saftigkeit berauben. Doch Sex ohne Nässe ist schlicht ungenießbar, und zwar nicht nur bei Penetration, sondern auch bei jeglicher äußerlichen Klit-Zuwendung.

Glücklicherweise mußt du deine Lebensgewohnheiten nicht völlig auf den Kopf stellen, um schlüpfriger zu werden. Wenn du erregt und wild auf Sex bist, fügst du einfach einen glibberigen Klecks hinzu – und presto! Schon bist du gut geölt und startbereit.

Viele Frauen leiden unter der Angst, nicht feucht genug zu sein, und fragen sich: »Was ist denn jetzt schon wieder mit mir los?« oder fürchten, daß ihre Geliebte beleidigt sein könnte, weil sie ihnen offenbar nicht sexy genug ist, um sie »naßzumachen«. Vergiß bitte diese Lampenfieber-Tyrannei und kram die passende Soße raus. Deine Geliebte wird erleichtert sein, daß das Thema aus der schuldbesetzten Zone geholt wird. Jede, die darauf besteht, daß dein Höschen feucht wird, wenn sie nur den Raum betritt, ist einfach schlecht informiert und deine kostbare Zeit nicht wert.

Für ein gutes Gleitmittel brauchst du nicht viel auszugeben. Notfalls taugt jedes Pflanzenöl aus deiner Küche als sicheres und gut schmierendes Gleitmittel. Kokosfett ist besonders nett, weil es in fester Form verkauft wird und erst unter Wärmeeinfluß luxuriös schmilzt. Was du über Crisco gehört hast, ist wahr, das berühmte »rein pflanzlich« zeichnet es als vorzügliches Gleitmittel aus. Das gilt nicht für tierische Öle und Mineralöle. Diese bringen dich zwar nicht um, stehen aber im Verdacht, krankhafte Veränderungen der Schleimhäute zu fördern, und sind daher nicht anzuraten. Tierische und mineralische Öle umfassen Babyöl sowie alle Arten von Lotion für Hände und Gesicht. Halte sie von deiner Pussy fern. Das Schlimmste aber ist Vaseline. Viele Leute halten Vaseline für ein geeignetes Gleitmittel, weil sie so oft in Billigpornos erwähnt wird. Erinnerst du dich, daß dir als Kind erzählt wurde, du solltest den Kaugummi nicht runterschlucken, weil es sieben Jahre dauern würde, bis er verdaut sei? Nun, dieselbe Horrorgeschichte gilt für Vaseline in deiner Vagina. Das Zeug ist nicht wasserlöslich. Wasserlöslich heißt, daß ein Produkt auswaschbar und leicht in Wasser lösbar ist. Die meisten Öle sind wasserlöslich, Vaseline ist es nicht. Wenn du etwas nicht in warmem Spülwasser von deinem Geschirr abwaschen kannst, kriegst du es auch nicht aus deiner Möse.

(Probe).