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FRAUEN IM SINN

 

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Verlag Krug & Schadenberg

 

 

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Begehren

 

 

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Silke Buttgereit

Josephine

So gefiel es ihr. Junge Frauen trugen das, was man früher Seidenstrümpfe genannt hatte, unter den kurzen Röcken, deren Saum sich zwischen Gesäß und Knien an die Beine schmiegte. Schöner waren die Beine, wenn sie in Strümpfen steckten. Schon allein der Strümpfe wegen zog Josephine Roseboom den Frühling dem Sommer vor. In der sommerlichen Hitze schmolz jede Hemmung dahin, und alle stellten ihre Beine unbedeckt aus, ob sie es verdienten oder nicht. Mit Strümpfen glänzten die Beine in der Sonne, Strümpfe hoben die Form und nicht die Schwächen hervor. Wohlerzogen sagten sie nichts über das, worüber man schweigen sollte. Doch heutzutage hatte man solch anständiges Schweigen ganz einfach verlernt. An diesem Aprilmorgen hatte die Sonne schon lange auf ihre Bank am Uferweg geschienen, das verblichene Holz war trocken und warm, und Josephine Roseboom hatte das aufblasbare blaue Sitzkissen in ihrer Handtasche gelassen. Die Trauerweiden am Kanal waren von einem ersten grünen Flaum überzogen, und das Ufer war erstaunlich belebt für einen normalen Werktag. Wer konnte, ging über den Uferweg zur Arbeit; die unverwüstlichen Jogger versuchten sich vereinzelt schon in kurzen Hosen. Auch Männerbeine, fand Josephine, gehörten in der Stadt grundsätzlich angezogen. Und offensichtlich war die aberwitzige Sportart mit den zwei Skistöcken mit diesem Frühling auch in Kreuzberg heimisch geworden. Über die hätte sie mit Hanne herzlich lachen können.

Zwischen Kinderwagen, Fahrrädern und kleinen Gruppen türkischer Frauen mit Kindern näherte sich eine junge Frau Josephine Rosebooms Uferbank. Ihr Kleid war kurz und aus rotgeblümtem Stoff, der locker jede Bewegung nachzeichnete. Schöne Stoffe gab es in diesem Frühjahr, ausgefallene Blumenmuster auf leichter Viskose und Tüll, der mehr schwebte und hüpfte, als er fiel. Auch der Faltenrock erlebte eine hübsche Renaissance. Nur die Tendenz zur Überknielänge missfiel Josephine Roseboom gründlich. Sie setzte sich ein wenig auf und stieß dabei mit dem Fuß gegen den Gehstock, der neben ihr an der Bank lehnte. Rücklings kippte er vor die Füße der Spaziergängerin. Josephine Roseboom ächzte kurz auf und machte Anstalten, sich schwerfällig von der Bank zu erheben. Die junge Frau kam ihr zuvor. »Lassen Sie mal, ich hab die jüngeren Gelenke«, sagte sie und bückte sich mit dem Oberkörper voraus nach dem Stock. Josephine Roseboom nutzte die Gunst des Augenblicks, beugte sich rasch nach vorne und warf einen kurzen, tiefen Blick unter das Kleid. »Ach, das ist aber nett von Ihnen!« sagte sie freudig, schenkte der jungen Frau ein glückliches Oma-Lächeln und nahm den Stock dankbar entgegen. »Gerne doch, und einen schönen Frühlingstag wünsch ich Ihnen.« Ach, Beine haste, Mädel, die sind erste Sahne, und ordentliche Strümpfe, echte Strümpfe, halterlose und keine Strumpfhosen. Strumpfhosen waren etwas für Kinder und Schneewanderungen, aber nichts für junge Frauenbeine im April auf einer Berliner Uferpromenade. Siehste, Hanne, in solchen Dingen waren wir schon immer einer Meinung, echter Stil zeigt sich vor allem da, wo keiner hinschaut. Josephine Roseboom stellte den Stock an seinen Platz an der Bank zurück und schaute dem Blumenstoff hinterher, der zwischen Herrchen und Frauchen mit Hunden und einer Horde Kleinkindern auf einem Leiterwagen langsam aus ihrem Blickfeld wippte. Sie legte die Hände auf das rissige Holz der Parkbank und atmete tief durch die Nase. Früher hätte sie sich jetzt eine Zigarette angezündet und genossen, wie herber Tabakgeschmack und leichte Frühlingsluft sich miteinander zu einem feinen Glücksgefühl verflochten. Früher, das war, als Hanne noch lebte. Fünf Jahre lag Hannes Tod nun zurück. Dort, wo die junge Frau verschwunden war, sah sie nun die Silhouette einer weiblichen Gestalt in beiger Hose und apricotfarbener Fleeceweste auftauchen. Funktionskleidung. Der Sündenfall der Textilindustrie im Nach-68er-Zeitalter. Funktionskleidung schwieg nicht – sie schrie eine Lebenshaltung in die Welt. Unifarben, praktisch, leicht, dazwischen blieb kein Platz für Schönheit. Nun ja, bei dieser Trägerin mochte das so eben noch als Stil durchgehen. Josephine Roseboom schätzte sie auf gute siebzig Jahre. Da fing man natürlich an, nach brauchbaren Alternativen zur Schönheit zu suchen. Unvermeidliche Mephisto-Schuhe komplettierten die Erscheinung, und ihr Gang war erstaunlich geschmeidig, obwohl sie das rechte Bein ein wenig nachzuziehen schien. Josephine Roseboom selbst trug eine cremefarbene Leinenhose, eine kurzärmlige rosa Bluse und dezent modische Lederturnschuhe der besseren Sorte, eine Variante, für die sie sich entschieden hatte, seitdem Pumps die zunehmende Unförmigkeit ihrer Fesseln zu sehr betonten. Die dünne helle Strickjacke hatte sie neben sich über die Bank gehängt. Zwar fröstelte sie noch etwas in der frischen Luft, aber sie hatte den Frühling auf der Haut spüren wollen. Die Frau hielt auf sie zu, blieb auf Höhe ihrer Bank stehen und sagte: »Guten Tag. Ist auf dieser schönen Bank vielleicht noch Platz für mich, wenn ich Sie nicht störe?« Von nahem betrachtet, sah die Dame doch recht stattlich aus. Unter der Funktionsweste trug sie eine schöne chamoisfarbene Hemdbluse; das gewiss gefärbte dunkelblonde Haar war dicht und in einem gutsitzenden Kurzhaarschnitt frisiert. »Aber natürlich, setzen Sie sich, die Sonne und ich laden ein!« Wahrscheinlich auf Familienbesuch in Berlin – reife Damen mit Anstand und Kleingeld verirrten sich sonst selten nach Kreuzberg. Man wohnte in Wilmersdorf oder Charlottenburg oder im grünen Südwesten. Doch Josephine Roseboom war Kreuzbergerin, immer schon gewesen. Dieser Kiez war ihrer, sie hatte schon an diesem Ufer gewohnt, als es noch das Kottbusser Ufer gewesen war. Sogar Hanne, die entsetzlich schnieke sein konnte, hatte immer gemeint, nein, wir bleiben hier, Kreuzberg, das ist wie SoHo in New York, das passt zu uns. Und als die Mauer fiel, hatte Hanne gesagt, siehst du, jetzt sitzen wir mittendrin in Berlins neuer Mitte. Sie hatte über Jahrzehnte erlebt, wie Kreuzberg sich wandelte, hier war man nah dran am Leben, und so blieb man frisch im Kopf, heute immer noch.

»Jetzt im Frühling ist das Viertel hier richtig schön. Als ich das letzte Mal in Berlin war, war es November und arg trist. Da habe ich mir richtig Sorgen um meine Tochter gemacht. Die wohnt hier um die Ecke.« Die besorgte Mutter, sie hatte es ja gewusst. Schöne Stimme, klar und voll, geradezu ungehörig jugendlich. Vielleicht eine Schauspielerin. Oder Sängerin. In jedem Fall eine anregende Gesellschaft für einen Donnerstagmorgen. »Ach, da heißt es immer: Kreuzberg – trist und gefährlich. Dabei ist es eigentlich ganz friedlich und erstaunlich grün. Man kann hier schon leben.« Sie lächelte und schaute der Schauspielerin ins Gesicht, ein kleinfaltiges Gesicht. Indianerfalten nannte sie diese gleichmäßig über das Gesicht verteilten unzähligen Hautlinien, die mit einer gesunden Gesichtsfarbe einhergingen. Die Schauspielerin musste viel an der frischen Luft sein, Gartenliebhaberin wahrscheinlich. So würde Hanne jetzt vielleicht auch aussehen. Ach was, Hanne war klein und ein wenig drall gewesen, ganz anders als die für ihre Generation sehr hochgewachsene Frau neben ihr. Aber Indianerfalten, die hatte Hanne auch gehabt. Hanne, du bist so gegenwärtig heute – was ist los? Sticht dich der Frühling? Josephine Roseboom glaubte nicht an ein Leben nach dem Tod, aber sie glaubte an Trauerkannibalismus. Daran, dass man sich einen geliebten Menschen nach seinem Tod immer mehr einverleibte, um ihn nicht ganz zu verlieren. Dann trug man ihn in sich, sprach mit ihm, lebte mit ihm. Kannibalismus ist ein vernünftiger Akt wider die Vergänglichkeit, nicht wahr, Hanne? Sie setzte sich ein wenig schräg, um ihre Banknachbarin besser betrachten zu können. Wirklich sehr gut erhalten, bestimmt war sie Schauspielerin. Eine junge Frau mit Kind, das einen bunten Ball in den Armen trug, näherte sich ihrer Parkbank. Als dem Kind der Ball aus den Armen glitt, stand die Schauspielerin behende auf, griff nach dem Ball und kullerte ihn vorsichtig zurück zu seinem kleinen Besitzer, der erst schüchtern hinter seiner Mutter verschwand und dann vor Vergnügen quietschte. Vielleicht doch keine Schauspielerin, sondern eine Sportlerin, Leichtathletin, Olympionikin der sechziger Jahre. Als es noch keine Doping-Kontrollen gab. Daher auch diese schöne volle Stimme, die Hormone eben. Die Sportlerin setzte sich wieder, ohne sich auf der Lehne abzustützen, alle Achtung, gut trainiert, und wandte sich ihr wieder zu. »Sie leben also hier? Sind richtige Berlinerin?« »So kann man das nennen, ja, bis ins dritte Glied.« Das Kind verabschiedete sich vergnügt winkend und lief geradewegs in die Beine einer jungen Frau in kurzem schwarzem Lederrock, eine der inzwischen rar gewordenen Punkerinnen. Derbe Schnürstiefel, viel silbernes Kettenwerk und zahlreiche Ringe durch Nase, Ohren und Lippe, dazu ganz reizende Netzstrümpfe. Josephine warf einen prüfenden Blick auf die Olympionikin neben sich und kickte kurz entschlossen gegen ihren Stock – Punk und Anstand schlossen sich nicht aus, so gut kannte sie Kreuzberg allemal. »Hoppla!« Die Punkerin bückte sich und bot den erhellenderen Einblick von hinten der Sportlerin a. D. dar, die sich den Stock reichen ließ und sich sehr artig bedankte. Hanne hatte auch gerne Schwarz getragen. Im kleinen Schwarzen hatte sie hinreißend ausgesehen. Nein, eben nicht wie Audrey Hepburn, Hanne hatte die Kurven ihrer Kleider in allen Regionen gründlich ausgefüllt.

Die Sportlerin saß nun ein wenig breitbeinig, die Hände auf den Stock gestützt. »So ist Berlin! Man bekommt schon eine ganze Menge zu sehen, wovon man bei uns auf dem Land nicht mal zu träumen wagt. Schöner Stock, und so leicht. Ich hab ja manchmal Sorgen mit dem rechten Bein, aber ein Stock? Man ist doch eitel und will sich nicht so gebrechlich zeigen.« Na, nun aber Vorsicht, meine Liebe. Zeigte sie sich etwa gebrechlich? Funktionskleidung, war das der Eitelkeit letzter Schluss? Mephisto-Schuhe ein Accessoire strotzender Jugend? Josephine Roseboom entriss der Sportlerin den Stock und legte ihn über ihren Schoß. »Er hat sich bewährt, und das ist die Hauptsache. Sie hinken ein wenig, wenn ich es richtig gesehen habe. Was haben Sie denn mit dem Bein?« Die Sportlerin ignorierte den spitzen Angriff. »Ach, ein dummer Autounfall vor ein paar Jahren. Das Hüftgelenk. Man sagt mir immer wieder, ich könnte ja ein neues haben, aber ich hänge an meinen alten Knochen. Die haben mir gute Dienste erwiesen.« Sie setzte sich entspannt zurück und legte den Arm auf die Banklehne. Josephine Roseboom betrachtete die Hand der Sportlerin. Knochig und kräftig, am Ende war die Sportlerin eine Künstlerin, Bildhauerin, die Haut ein wenig transparent, man konnte die Adern und einige Altersflecken erkennen. Gebrauchte Hände, breite Fingerkuppen und sehr gepflegte Nägel. Ohne regelmäßige Maniküre hatte man keine solchen Hände, da kannte Josephine Roseboom sich aus. Würden Hanne und sie sich heute noch anfassen wie früher? Würde Hanne ihr an einem solchen Frühlingsmorgen noch immer mit der Hand so über den Arm streichen, dass sie vor allem die Härchen und kaum die fröstelnde Haut berührte und sagen, Gänsehaut wie ein junges Huhn, Fine, ist dir kalt? Und dann ihre Hand nehmen, die Fingerspitzen mit einem Zwinkern in den Augen küssen, weil sie beide wussten, dass ihr jetzt nicht mehr nur kühl, sondern auch ganz sonderlich war. Und würde sie selbst dann heute immer noch albern kichern und sagen, Hanne, hör auf, nicht hier …? Hier, heute, mit dreiundsiebzig Jahren auf einer Parkbank mittenmang in Kreuzberg, würde man sich da berühren und sich nichts dabei denken, weil alle das heute einfach so taten? Ihr Blick lag noch immer auf der Hand der sportlichen Künstlerin. Eine Hand, die man berühren wollte, weil sie bestimmt warm und trocken war und einen Händedruck fest erwidern würde. Ob in den Mephisto-Schuhen wohl ebenso gepflegte Füße steckten? Josephine Rosebooms Ärger war verflogen. Sie strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich aus ihrem Knoten gelöst hatte. Grau, nein, weiß waren ihre Haare, aber voll und von dem kräftigen Schlohweiß, das nur einst schwarzes Haar annimmt. Schwarz wie Ebenholz – Schneewittchen hatte Hanne sie früher manchmal genannt. Sie lehnte den Stock wieder gegen die Bank und schaute einer Gruppe türkischer Jugendlicher entgegen. Die Hände tief in den Taschen vergraben mit wippendem Gang waren sie in ein lautstarkes Gespräch vertieft und schubsten sich gegenseitig immer wieder in Richtung Kanalböschung. Arme Schweine, hätte Hanne gesagt und gelacht. Hanne war nicht leicht zu beeindrucken gewesen, Fine, sei froh, dass du als Frau zur Welt gekommen bist. Die haben nur deswegen so breite Schultern, weil dort die Verzweiflung sitzt. »Halbstark und ganz daneben«, sagte die Frau neben ihr und lachte in sich hinein. »Alt werden ist nicht nur einfach, aber so jung möchte man nicht noch einmal sein.«

Den Jugendlichen folgte eine attraktive Frau mit einem riesigen schwarzweißen Hund und grell gemusterter Schlaghose. Das Tier stürmte geradewegs auf die Künstlerin zu, schnüffelte an ihren Schuhen und rieb sich an ihrer Wade. »Ja, das riechst du gleich, dass ich auch so einen habe wie dich, mein Schöner«, sagte die Frau und kraulte den Hund am Hals. Das Tier reckte den Kopf steil nach oben, setzte sich neben sie und sah für einen Augenblick aus wie eine porzellanene Wohnzimmerstatue. Die Besitzerin war schon weitergegangen, schaute nun jedoch zurück und pfiff schließlich durchdringend auf den Fingern. Der Hund zuckte, schüttelte sich, stieß mit der Schnauze nochmals gegen das Bein der Kreuzbergbesucherin und galoppierte seiner Besitzerin hinterher. »Man wird ein wenig seltsam im Alter«, bemerkte die Künstlerin, »spricht mit Hunden und hört sie auch noch antworten. Man spielt nicht mehr wirklich mit. Man schaut nur zu und paff! hat plötzlich eine unverhoffte Narrenfreiheit.« Sie ergriff Josephine Rosebooms Arm und zeigte nach rechts auf den Uferweg. Durch ihre leichte Bluse hindurch spürte Josephine Roseboom jeden einzelnen Finger auf ihrer Haut. Warm, trocken und fest. Sie blickte in die angezeigte Richtung und sah eine Frau in einem fast wadenlangen Rock auf sie zu schlendern. Nicht sehr vielversprechend. »Man schaut nur zu«, wiederholte die Künstlerin, ohne ihre Hand von Josephine Rosebooms Arm zu nehmen, »und stellt fest, dass es sich meistens lohnt, genauer hinzusehen.« Sie kicherte, schlug die Beine übereinander und wippte mit dem Fuß kräftig gegen den Stock, der der Langberockten vor die Beine fiel. Die Künstlerin hatte recht, und Josephine Roseboom hätte es beinahe übersehen. Die Ausstattung des Décolletés hielt mehr bereit, als der biedere Rock versprach. Prall gefüllter, glänzend roter Stoff, der den Blick geradlinig auf die ausgesparte und kräftig gewölbte Mitte lenkte – herrlich. Hanne hatte ihre großen Brüste immer gemocht. Und wenn Hanne ihre Brüste umfasste, hatte sie sich unerhört aufgehoben gefühlt. Josephine beugte sich ein wenig vor, um der gebückten Frau den Stock abzunehmen. »Ach, danke, wir sind ja auch so ungeschickt.« »Das ist der Frühling. Da muss man die Gelenke erst neu justieren«, sagte die Frau in roter Seide. Und helle, fast weiße Haut, keine Solariumsanhängerin, Gott sei Dank, Josephine Roseboom wusste es zu schätzen, wenn die Haut von den Jahreszeiten erzählte. »Man wird frecher im Alter, das stimmt schon«, sagte sie, als sie sich wieder zurückgelehnt und die Frau ihren Weg fortgesetzt hatte. »Man entdeckt so allerhand, wenn man nichts mehr zu verlieren hat.« Die Künstlerin lachte, wirklich eine wunderbare Stimme, klangvoll und stark. Vom nahegelegenen Bocciaplatz her vernahm man schon um diese Tageszeit das metallische Klacken der Kugeln, ab und zu ein Schimpfen, Jubeln und Gelächter. Die sportliche Künstlerin hatte denselben Humor wie Hanne, deswegen war Hanne heute so gegenwärtig. Nein, das stimmte nicht. Hanne hatte einen wunderbaren Humor gehabt, war aber in manchen Dingen etwas preußisch streng gewesen. Hanne hätte das Spiel mit dem Stock niemals mitgespielt. Die Frau neben ihr lebte gerne, das war es, das schwang mit in diesem Lachen. Hanne hatte auch gerne gelebt.

»Wissen Sie, wonach mir nun wäre? Eine ordentliche Tasse Kaffee in der frischen Frühlingsluft. Darf ich Sie einladen, nachdem Sie Ihre Bank so nett mit mir geteilt haben? Hier muss es doch ein schönes Gartencafé geben.« »Reizende Idee, wirklich. Und natürlich, gleich um die Ecke kann man wunderbar sitzen.« Erstaunlich warm war die Sonne an diesem Aprilmorgen, sogar im Bauch spürte sie die wohlige Frühlingswärme. Schwungvoll erhob sich Josephine Roseboom von der Bank und bot der Künstlerin den Stock an; lachend nahm diese ihn an. Zusammen stiegen sie die wenigen Treppenstufen zur Straße hinauf. Josephine Roseboom drehte sich nicht um. In ihrem Nacken saß die feste Überzeugung, Hanne sei auf der Bank sitzen geblieben und sähe ihr mit tadelndem Kopfschütteln hinterher. Nein, Hanne, jetzt nicht. Doch mit dem nächsten Windhauch hörte sie Hannes Stimme an ihrem Ohr: Fine, eine ziemlich durchgeknallte Alte bist du geworden. Und dann lachte sie lauthals, bevor sie verschwand.

Anne Bax

Möhren durcheinander

Die Liebe traf mich mit voller Wucht in die Kniekehlen. Ich sank hilflos neben ein Sonderangebotsregal voller Babynahrung und starrte schmerzerfüllt auf ungezuckerten Aprikosenbrei. »Tut mir leid!« stammelte die Frau, die mich so unsanft zu Boden gezwungen hatte und zog ihren Einkaufswagen zurück. »Ich habe Sie nicht gesehen.«

»Macht nichts«, erwiderte ich glücklich und rieb mir die Beine beim Aufstehen. Sie war mir ehrlich gesagt schon aufgefallen, als ich noch im Nachbarregal nach den geschälten Tomaten für meine Nudelsoße gesucht hatte, aber so tief, dass ich attraktiven Frauen im Supermarkt nachstellte, war ich auch nach drei Singlejahren noch nicht gesunken. Noch ließ ich in solchen Fällen das Schicksal entscheiden, das mich allerdings bis zu diesem Moment immer ohne irgendwelche Zwischenfälle kaltherzig meinen lächerlich kurzen Einkaufszettel hatte abarbeiten lassen.

Wir stapelten gemeinsam leicht verlegen die kleinen Gläschen, die ich mitgerissen hatte, wieder ins Regal, und sie betrachtete angewidert ein Glas mit pürierten Möhren. »Mögen Sie Möhren?« fragte sie mich und drehte dabei das Glas in den Händen, als fände sie es unglaublich, dass man irgend jemanden dazu zwingen konnte, den Inhalt zu essen. Ich schüttelte den Kopf und versuchte, die Frage nicht seltsam zu finden. »Nein, mochte ich schon als Kind nicht.«

»Ich auch nicht.« Sie lachte mich an, und kleine fröhliche Falten machten ihre Augen zu von Kinderhänden gezeichneten Sonnen. Ich fühlte mich sommerlich leicht. Ich mag Kaffee mit aufgeschäumter Milch, dachte ich und sagte nichts. Ihr Blick glitt von mir zu den Reihen passierter Obst- und Gemüsesorten. »Sieht so aus, als wäre die Ordnung wiederhergestellt. Mit Ihnen ist wirklich alles okay?«

»Ja!« sagte ich, wie jemand ja sagt, die nein meint. Sie vernahm den Unterton und bezog ihn auf meinen Sturz. »Wenn Sie noch Schmerzen haben … Ich gebe Ihnen meine Adresse, falls Sie doch noch zum Arzt gehen …«

Meine Knie knickten unwillkürlich ein, als sie meinen Arm berührte. Sie sah mich besorgt an. Was sollte ich tun? Wenn ich nicht kleinlich, gebrechlich und spießig wirken wollte, konnte ich die Adresse nur mit einem charmanten Lächeln ablehnen. Was aber nützte es mir, großzügig, fit und lässig zu wirken, wenn ich sie danach nie wiedersah? Ich griff ziellos nach irgendeinem Glas und sagte: »Ich denke, ich bin unverletzt, aber wenn sich kollisionsbedingte Spätfolgen einstellen, werde ich in genau einer Woche wieder hier stehen, und Sie müssen zur Strafe vor meinen Augen ein Glas von diesem …« Ich las die Beschreibung auf dem Gläschen laut vor. »… Tomaten-Risotto mit Bioschwein aufessen. Und zwar kalt!« Sie musterte mich und die pürierten Paarhufer lachend und nickte. »Immer noch besser als Möhren. Ich schließe Ihre Gesundheit in meine Nachtgebete ein und werde nächsten Freitag um …« Sie sah auf ihre Uhr. »… 17.30 Uhr wieder hier sein.« Ihre Augen funkelten mich an. »Vielleicht sind Sie bis dahin trotz der schweren Schäden wieder in der Lage, feste Nahrung zu sich zu nehmen und ich kann Sie zum Essen einladen. Abgemacht?«

»Abgemacht!« antwortete ich erleichtert und verzichtete darauf, zur Bekräftigung unseres Paktes in meine Hand zu spucken und sie ihr zu reichen. Ich hatte also so etwas ähnliches wie eine Verabredung in der Abteilung für Babynahrung mit einer schönen Frau, von der ich nur wusste, dass sie keine Möhren mochte, und das gefiel mir ausnehmend gut. Das wurde mir zu Hause zunehmend klar, als ich enthusiastisch die aufgrund der vorangegangenen Ereignisse zutatenarme Tomatensoße rührte. Die Verabredung gefiel mir natürlich sowieso, aber mich reizte auch die Tatsache, dass ich nichts über diese Frau wusste. Wissen war nämlich nicht nur Macht, sondern Wissen machte auch mächtig vorsichtig. Ein nicht ganz unwichtiger Zusatz, den ich dank eines übereifrigen Freundinnenkreises auf die harte Tour gelernt hatte. Waren meine letzten Dates doch alle durch gründlich vorbereitete, mehr oder weniger subtile Verkupplungsversuche meines Umfeldes zustande gekommen. Zu jeder Arbeitskollegin/Urlaubsbekanntschaft/Nachbarin, die sie mir vorstellten, hatte ich von meinen Lieben ein detailliertes Dossier bekommen, das die Profiler der örtlichen Kriminalpolizei neidisch gemacht hätte. Ich kannte ihre Allergien und ihre Lieblingsspeisen, wusste, welche Bücher sie las, dass rot sie blass machte und warum sie verlassen worden war, bevor ich meiner potenziellen neuen großen Liebe auch nur die Hand hatte schütteln können. Als ich mich bei der letzten arrangierten Verabredung dabei erwischte, schon nach dem Aperitif abzuwägen, ob ich für diese Frau mein Leben lang auf Dinkelbrot und Daunendecken verzichten wollte, wusste ich, dass es so nicht weitergehen konnte.

Die stürmische Möhrengegnerin aber war anders! Bis sie selbst mir all ihre Vorlieben und den Rest ihrer Abneigungen enthüllen würde, war sie ein Geschöpf meiner Phantasie, dem weder Gluten noch gerupftes Geflügel etwas anhaben konnte. Sie war ein großes leeres Malbuch, in dem ich eine Woche lang mutig und bunt über alle Linien hinwegmalen durfte, weil niemand sie mir bisher gezeigt hatte.

Ich ließ die dünne Soße einen Moment alleine blubbern und schnitt etwas Knoblauch klein. Knoblauch war im letzten Jahr eine der Hürden auf dem Weg zu einer gemeinsamen Zukunft mit der zudem noch außergewöhnlich schweigsamen Nachbarin einer Freundin gewesen. »Iss am besten schon zwei Tage vorher keinen Knoblauch mehr …« hatte mich die Freundin vor der Verabredung gewarnt. »Sie findet den Geruch zum Davonlaufen.« Als ich nach einer sehr langen Stunde mit der Nachbarin sicher gewesen war, dass sie alle einsilbigen Worte im Großen Wörterbuch der deutschen Sprache kannte, hatte ich diese Aversion mit einer Extraportion Tsatsiki getestet – es hatte gestimmt.

Warum meine Unbekannte wohl keine Möhren mochte? Ich schloss eine Allergie aus, obwohl ich sie bei Möhren begrüßt hätte. Wahrscheinlicher war wohl, dass es in ihrer Vergangenheit eine übereifrige Erziehungsberechtigte gegeben hatte, die ebenso wie meine Mutter fest daran glaubte, dass widerwillig zu sich genommene Vitamine genauso gesund waren wie freiwillig genossene. Ich sah sie mit ihren damals sicher auch schon kurzen lockigen Haaren an einem riesigen Tisch sitzen und trotzig auf einen übervollen Teller verkochter Möhren starren. Ihre Jeans waren schmutzig und am Knie kaputt, so wie es meine auch immer gewesen waren. Aus dem Nichts erschien eine weitere Zehnjährige in der Küche, nahm sie mutig bei der Hand, zog sie vom Tisch fort, und sie rannten einfach davon und versteckten sich unter einem Baum, wo sie einander ewige Treue schworen und dass sie niemals kampflos Möhren essen würden. Dann legten sie sich ins kühle Moos dicht an den Baumstamm und flüsterten sich mit leuchtenden Augen ihre geheimsten Wünsche und verwegensten Pläne ins Ohr. Und weil sie in diesem Moment eigentlich nichts im Leben mehr wollten als diese wunderbare Nähe, lutschten sie feierlich abwechselnd ein klebriges Himbeerbonbon, und immer wenn sich ihre Münder kurz und süß aufeinanderdrückten, um das Bonbon zu übergeben, hofften beide inständig, dass sie für immer aneinanderkleben würden. Leider rief an dieser Stelle der Geißenpeter laut ihre Namen, was mich kurz wunderte, bis mir wieder einfiel, dass ich als kleines Mädchen immer gehofft hatte, die mutige Heidi würde die blasse Klara im warmen Stroh der eingeschneiten Hütte küssen.

Die Frau ohne Möhren ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Vor dem Einschlafen sah ich ihr Sonnenlächeln vor mir und fragte mich, wer wohl die erste Frau gewesen war, die sie geküsst hatte. Noch bevor ich mir diese allerdings vorstellen konnte, fielen mir die Augen zu, und ich träumte die ganze Nacht von Bioschweinen, die sich weigerten, in ihre Gläser zu gehen und es dank einer von Heidi, Klara und Fräulein Rottenmeier organisierten Demonstration schafften, dass ihr Platz in der Babynahrungskette von lauter stummen Möhren eingenommen wurde.

Am nächsten Morgen versüßte mir meine Unbekannte die unvermeidliche Joggingrunde, weil sie bei ihrer ersten Erfahrung mit einer anderen Frau so schüchtern war. Sie war sechzehn und hatte erschrocken ihre Hand weggezogen, als das Mädchen, die sie heimlich anbetete, endlich ihre Finger mit den ihren verflochten hatte, und dann hatte sie eine Ohnmacht vorgetäuscht, als diese fremde weibliche Zunge vorsichtig über ihre trockenen Lippen gestrichen war. Nächtelang hatte sie danach sehnsüchtig von dem geträumt, was nicht passiert war, und trotzdem gehofft, dass diese Gefühle einfach wieder verschwänden.

Ab Mittag gefiel sie mir furchtlos besser. Sie hatte mit neunzehn auf der Schulabschlussfahrt ganz wild vor Liebe, Sehnsucht und Mut die junge Referendarin nachts in deren Jugendherbergszimmer aufgesucht und sie spielerisch zwischen Waschbecken und Etagenbett in die Enge getrieben, bis die Arme gar nicht mehr anders konnte, als ihre verbotenen Gefühle einzugestehen. Und dann hatte sie den ersten großen Schritt über Regeln, Verbote und Ängste hinweggemacht und ihre Wange ganz zart an die Referendarinnenwange geschmiegt. Ihre Zunge hatte den wunderschönen Mund, der sie schlaflose Nächte, einen Punkt in der schriftlichen und eine ganze Note in der mündlichen Prüfung gekostet hatte, endlich geöffnet und ihm kleine, hilflose Seufzer entlockt. Die atemlos geflüsterten Sätze »Wir können doch nicht … Wir dürfen doch nicht … Du bist doch …« waren von ihren Händen auf der warmen Haut vorsichtig durchgestrichen, übermalt und weggewischt worden. Einmal ineinander versunken, hatten sie sich mühelos über das schmale Etagenbett mit der kratzigen weißen Bettwäsche und die grelle Neonbeleuchtung hinweggeliebt. Ich verspürte Eifersucht, als ich die beiden mit wundgeküssten Lippen und seligem Lächeln beim morgendlichen Hagebuttentee sitzen sah, und verpasste ihnen ein paar schmerzhafte blaue Flecken vom wiederholten Kontakt mit der eisernen Etagenbettleiter. Zur Strafe durfte ich wenig später mit ansehen, wie die mutig gewordene Referendarin die schlechten Lichtverhältnisse im Tischtenniskeller für schnelle, feuchte Küsse nutzte. Und jeden Sichtkontakt im Speisesaal für lange, tiefe Blicke. Ich war ehrlich ergriffen. Das war keine kurze Affäre, das war Liebe! Ich muss bei unserem Treffen am Freitag unbedingt herausbekommen, ob sie noch an der Referendarin hängt, dachte ich am Sonntag im Kino unruhig und war froh, als mir am Montag wieder einfiel, dass ich sie und den Tischtenniskeller erfunden hatte. Was mich so lange beruhigte, bis mir am Dienstag klar wurde, dass sie ohne irgendeine wundgeküsste Frau in ihrer Vergangenheit wahrscheinlich hetero und mit einer solchen in ihrer Gegenwart definitiv vergeben war. Beides machte mich für viele Stunden unglücklicher als all ihre erotischen Eskapaden unter der Tischtennisplatte. Speziell das Wort »vergeben« ließ einen so unangenehm kühlen Hauch von Realität durch meine überhitzten Gedanken wehen, dass ich gezwungen war, alle Synapsen die mit dieser Vorstellung beschäftigt waren, zu einer Routineüberprüfung des großen Einmaleins zu zwingen.

Vielleicht war sie zwar hetero, aber auf der Suche nach einer Frau, die daran etwas ändern konnte, beruhigte ich mich in der Nacht zum Mittwoch. Weshalb sie wohl beschlossen hatte, nicht länger auf einen Zufall zu warten und im Supermarkt mit ihrem Einkaufswagen eine Lesbe zu erlegen. Was wiederum bedeutete, dass sie entweder seit Wochen wahllos kurzhaarige Frauen umfuhr, weil sie hoffte, dass unter ihnen schon eine Lesbe sein würde, oder dass sie in der Lage war, Lesben unabhängig von ihrer Haarlänge zu erkennen und gezielt in die Auslage zu befördern. Dieses Talent machte mich misstrauisch. Vielleicht schubste sie ja regelmäßig Lesben in die Regale, um sie dann nach dem anschließenden Abendessen zu verführen. Ich sah viel zu deutlich vor mir, wie sie eine lange Reihe von attraktiven Lesben mit Krücken und/oder Gipsbein in seidene Bettwäsche lockte, um im kargen Licht des neuen Tages eine weitere Kerbe in ihren Rosenholzbettpfosten zu ritzen. Am Donnerstagmorgen fiel mir glücklicherweise wieder ein, dass schon meine Grundschullehrerin mir in allen Zeugnissen eine etwas zu blühende Phantasie attestiert hatte. Am Donnerstagabend sah ich die weltweit gesuchte Möhrenmörderin trotzdem die sterblichen Überreste ihrer arglosen Opfer im Wald verscharren.

Am Freitag um 17.30 Uhr stand ich übernächtigt und erschöpft neben den Möhren und erbebte innerlich, als sie mir von hinten mit dem Finger auf die Schulter tippte und mich anlachte. »Kein Rollstuhl weit und breit. Darf ich davon ausgehen, dass Sie bei bester Gesundheit sind?«

Ich nickte vorsichtig.

»Wollen wir trotzdem etwas essen gehen?«

Ich nickte mutig.

»Mögen Sie thailändisches Essen?«

Ich nickte, fand endlich die Worte wieder, die ich in meiner Aufregung verlegt gehabt hatte und sprudelte sie hervor. »Warum mögen Sie keine Möhren?« Leider hatte ich nur die Worte gefunden – den sinnvollen Bezug zur Situation musste ich woanders versteckt haben.

Sie schien nicht sehr verwundert über meine Frage, und während wir den Supermarkt verließen, sagte sie: »Keine Ahnung! Ich fand sie schon als Kind unglaublich langweilig, aber ich hatte Glück und musste nichts essen, was ich nicht mochte.«

Ich strahlte sie an, und wir schlenderten leise plaudernd die Straße hinab. Mit jedem Wort, das sie sprach, wurde das Bild der Möhren hassenden Massenmörderin in meinem Kopf blasser. Sie hatte ihr Gemüse nicht aufessen müssen, sie hatte die Referendarin nicht wundgeküsst und keine wehrlosen Lesben verscharrt. Sie zog mich ganz leicht am Ärmel. »Ich habe viel an Sie gedacht in dieser Woche.«

Und sie war auf keinen Fall hetero!

»Ach, ja?« sagte ich und stupste sie leicht mit der Schulter. »Das ist ja interessant. Ich habe auch viel an Sie gedacht.«

»Und an Möhren?« Sie ließ ihre Schulter dicht an meiner, zog spöttisch die Augenbrauen hoch, und die Sonne um ihre Augen strahlte wieder. Vergeben war sie auch nicht.

Ich nickte selig.

Katrin Janitz

Die Traumfrau

Karin hat mich verlassen. Sie hat eine Neue, die auch noch zwei Jahre älter ist als ich, und ich suhle mich in Selbstmitleid, trinke zuviel und starre die Wände an. Träume mir eine herbei, die immer bei mir ist, die an meinen Lippen hängt, auf Kuscheln beim Krimi mehr steht als auf Ausgehen und die mich versteht.